woensdag 26 maart 2008

Bernward Grünewald VU

Bernward Grünewald (Keulen), houdt op vrijdag 4 april van 15.30-17.00 een lezing aan de VU Amsterdam getiteld "Phänomenologische Elemente der
Geisteswissenschaften",
Faculteit der Wijsbegeerte van de VU Amsterdam (in
zaal 13A-11/13, hoofdgebouw). De lezing zelf duurt tot ongeveer 16.15,
waarna er ruime tijd is voor discussie.

Meer informatie over de spreker en een samenvatting van zijn lezing
zijn nu beschikbaar onderaan dit bericht en op de website van het
facultair colloquium
http://www.surfgroepen.nl/sites/stafq/web/2007-8.html
met onderaan het abstract een print-knop.

Iedereen is van harte welkom. Belangstellenden hoeven zich in principe
niet vooraf aan te melden, maar we zouden het erg op prijs stellen
wanneer u laat weten dat u komt door contact op te nemen met Annemie
Halsema, jm.halsema@ph.vu.nl.



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bio

Bernward Grünewald studeerde filosofie, germanistiek en theologie in
Bonn en Tübingen. Hij promoveerde in 1973 op Husserls Logische
Untersuchungen en schreef zijn Habilitation over Kants Modaltheorie
und die Grundlagen der Geisteswissenschaften (1982). Hij vervulde
gastprofessoraten aan verschillende universiteiten (Neuchâtel, Bern,
Basel, Leipzig, Jena, Halle en Bonn) en was van 1999-2006 professor
aan de universiteit Keulen.

abstract

"Phänomenologische Elemente der Geisteswissenschaften"

Gezeigt werden soll, dass die Husserlsche Phänomenologie eine Reihe
von begrifflichen und methodischen Grundlagen für eine
transzendentalphilosophisch fundierte Konzeption der sog.
Geisteswissenschaften (Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften)
bereithält. Angesichts der bedeutenden Fortschritte der
Neurowissenschaften entsteht in der gegenwärtigen öffentlichen
Diskussion nicht selten der Eindruck, allein aus deren Forschungen sei
eine wissenschaftliche Antwort auf die Frage zu erwarten, was
eigentlich der menschliche Geist sei. Das ist angesichts der Aufgaben
von Wissenschaften wie der Literaturwissenschaft, der Historie oder
der Soziologie eine Absurdität. Um so wichtiger erscheint mir die
Aufklärung der Grundlagen dieser Wissenschaften.

Die Husserlsche Phänomenologie bietet mit ihren Begriffen der
Intentionalität, des Aktes (Noesis) und des Sinn-Gehalts (Noema), mit
ihrer Analyse der Konstitution, Geltung und der Genesis von
Sinnzusammenhängen und Habitualitäten ein Instrumentarium, um eine
spezifizierte erfahrungstheoretische Grundlage jener Wissenschaften zu
erstellen, die aus vielen Gründen im Anwendungsbereich der klassischen
Tran¬szendentalphilosophie zwar ihrer Materie nach, aber nicht ihrer
wissenschaftlichen Form nach, berücksichtigt werden konnten. Den
Angelpunkt dieser erfahrungstheoretischen Grundlage bildet der Begriff
eines noematischen Systems. Dieses System ist zu verstehen als ein
„Universum des Sinnes", d. h. als System aller möglichen Sinngehalte,
ihrer begrifflichen Beziehungen untereinander und ihrer Beziehung zu
ihren möglichen (zuletzt anschaulichen) Erfüllungen, für die sie als
Regeln dienen. Geistige Prozesse verdanken einem solchen System (in
empirischer Beschränkung) ihre Bestimmtheit und ihre Struktur,
Personen und interpersonale Komplexionen (Gemeinschaften,
Gesellschaften) verdanken ihm die Bestimmtheit ihrer habituellen
Überzeugungen, Werte und Zielsetzungen. Entscheidungen, Handlungen und
gesellschaftliche Wechselwirkungs-Prozesse wiederum verdanken den so
bestimmten Habitualitäten die Bestimmtheit ihre geistigen Wirklichkeit
und Wirksamkeit. Wer hinter dieser Konzeption außer den
phänomenologischen Bausteinen ein kantianisierendes Gerüst vermutet,
hat richtig geraten.


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Vrije Universiteit Amsterdam
http://www.wijsbegeerte.vu.nl/betti